Neapel

03.05.2020 17:23


Steigt man in die Welt des italienischen Espresso und seine Geschichte ein,
wird man schnell herausfinden, dass der erste Espresso überhaupt vom Turiner Angelo
Moriondo im Jahr 1884 zubereitet wurde. Er ist der Erfinder der Espressomaschine,
die einige Jahre später, 1901, von Luigi Bezzera verbessert und dessen Patent 1902
vom Mailänder Desiderio Pavoni gekauft und bekannt gemacht wurde.

Doch wenn man in Italien an einen exzellenten Espresso denkt, denkt man weder an
Turin noch Mailand, sondern an Neapel. Die Neapolitaner schwärmen von ihrem
Espresso und behaupten, er sei der beste Espresso Italiens. Wir wollen allerdings
nicht drüber streiten, sondern über die neapolitanische Kaffeetradition erzählen.

Das italienische Mekka des Espresso

Warum ist Espresso in Neapel für seine Bewohner so wichtig und warum wird Neapel
eigentlich das italienische Mekka des Kaffees wahrgenommen? Oft hört man in Neapel,
dass die beste Wasserqualität vor Ort den Espresso in der süditalienischen Stadt den
besten Espresso ermöglicht. Das halten wir aber eher für eine Legende.

Kaffee ist in Neapel Geschichte

Kaffee ist ein wichtiger Aspekt der neapolitanischen Geschichte und war schon vor der
Erfindung des Espresso stark präsent im Alltag der napoletani.

Denn Kaffee ist in Neapel Geschichte, Kaffee ist Tradition, Kaffee ist Kunst

Früher war die beliebteste (und einzige) Art, Kaffee zuzubereiten die cuccumella (der neapolitanische
Espressokocher). Die cuccumella (auch cuccuma) ist der erste Espressokocher überhaupt,
der mit dem Einsatz eines internen Filters funktioniert. Diese wird in Italien auch caffettiera
napoletana
(neapolitanischer Espressokocher) genannt und wird noch heute in den meisten
Haushalten in Neapel benutzt.

Denn der Espresso in Neapel ist einfach herrlich...
Genauso beliebt ist der caffè (Espresso), der in den unzähligen bar (Café wird im Italienischen
"bar" genannt) serviert wird. Der neapolitanische Espresso zeichnet sich durch seine
dunkelbraune Crema und seinen kräftigen Geschmack aus. Oft hört man in Neapel,
dass die Crema so fest sein soll, dass der Zucker auf der Crema einige Sekunden bleibt,
bevor dieser versinkt. Ob Zucker in den Kaffee überhaut hingehört, sei mal dahingestellt

Kaffee ist Beisammensein, Kaffee ist sozial

Die Napoletani sind herzliche Menschen.

Das beweist ein alter Brauch: Der caffè sospeso (“der verschobene Espresso”). Neben
dem eigenen Espresso, zahlen die napoletani manchmal auch einen zweiten, den sie
gar nicht trinken. Der Barista notiert sich das und gibt ihn später für einen anderen
Kunden aus. Die Menschen in Neapel führen noch heute diese tolle Tradition fort,
die wir selbst, wenn wir vor Ort sind, unterstützen und zu schätzen wissen.

Denn Kaffee ist Beisammensein. Kaffee ist sozial.


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