Von gestrecktem Espresso und italienischen Kaffee-Spezialitäten

29.05.2020 11:02

  

Wir alle bei 40 Scudi lieben unser wunderschönes Köln. Doch vor allem für mich - gebürtiger und in Kalabrien aufgewachsener Italiener -
ist die Reise nach „unten“ mindestens einmal im Jahr Pflicht. Ich könnte die Enttäuschung im Blick der Nonna lesen, als ich ihr beim
Skypen sagte, dieses Jahr würde ich ihre "Parmigiana" (typischer Auberginenauflauf) oder "Polpette" nicht essen können…

Am schönsten ist es mit dem Auto

Am liebsten reise ich mit dem Auto nach Italien. Denn die Fahrt durch den Schwarzwald, über die Schweiz, quer
durch die Alpen mit ihren wunderschönen Seen und dann die Abwechslung der vielfältigen italienischen Landschaft ist einfach herrlich.  
Vor einigen Jahren legte ich – frisch nach Deutschland ausgewandert - meine erste Autoreise nach Italien zurück. Müde von der langen
Fahrt aus Köln, entschied ich mich, eine Pause kurz hinter der Schweizer Grenze einzulegen. Ich lief schnell zum Café an der Raststätte,
um mir meine Dosis Koffein zu holen.

schweizer-autobahn

Der "gestreckte" Espresso

An der Theke stand vor mir ein netter Schweizer Herr, der einen Espresso bestellte. Die Barista mahlte die Kaffeebohnen aus der Kaffeemühle,
befüllte den Siebträger mit dem frisch gemahlenen Kaffeepulver, drückte diesen kräftig mit ihrem Tamper, ließ kurz Wasser aus der Brühgruppe,
hing den befüllten Siebträger in die Brühgruppe ein und startete abschließend den Espresso-Bezug, der in den kanonischen 30 Sekunden in
die weißen, vorgewärmten und dicken Espresso-Tassen hineinfloss.

espresso-bezug

Vorbildlich würde man sagen, oder? Doch schon bald die Überraschung: Der nette Herr vor mir bat die Barista darum, den eben zubereiteten
Espresso mit heißem Wasser zu strecken. Und das tat die Barista tatsächlich, ohne mit der Wimper zu zucken. Ich war äußerst perplex und
auch etwas schockiert. Und ja, auch ein wenig amüsiert. Das hatte ich weder in Italien noch anderswo auf der Welt erlebt.

Italienische Espresso-Spezialitäten

Abgesehen von der bizarren Geschichte an der Schweizer Grenze, konnte ich mich entlang der Route nach Italien auf leckere Espresso
Spezialitäten freuen. Um die Lange Fahrt nach Kalabrien aufzuteilen, übernachtete ich in der schönen Alpenstadt Turin. Am nächsten Morgen
ging es mit einem leckeren "Bicerin" los, einem mit Sahne und heißer Schokolade verfeinerten Espresso.

Nach einigen Stunden auf der italienischen
"Autostrada" durch die verschiedenen italienischen Regionen mit den großartigen, ja so facettenreichen, einzigartigen Landschaften, kam ich
endlich in Neapel an. Das neapolitanische Volk schwört auf seinen Espresso. Manche sagen, das kommt davon, weil das Wasser in Neapel am
besten schmeckt und für viele ist die süditalienische Stadt das Mekka des wahren italienischen Espressos. Ob das Wasser in Neapel wirklich der
entscheidendste Faktor ist, weiß ich nicht. Doch der kräftige, dunkle, cremige Espresso Napoletano schmeckt verdammt gut! Aus diesem Grund
musste ich unbedingt eine Pause in Neapel einlegen, um den letzten Teil der Strecke nach Kalabrien mit einem Koffein-Kick zurückzulegen.


Das, was ich in nur einigen wenigen Stunden experimentieren konnte ist nur ein Bruchteil der Welt des italienischen Espressos.
Die Vielfalt an regionalen Spezialitäten, die ein gemeinsames Produkt – den Espresso - haben, das sich für unzählige, einzigartige und ausgefallene
Varianten eignet, schenkt uns jedes Mal ein besonderes Geschmackserlebnis.

All das ermöglicht durch eins der beliebtesten Getränken in Italien und auf der ganzen Welt: Kaffee.             


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